80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen wir an einem Wendepunkt der Erinnerungskultur. Mit dem wachsenden historischen Abstand verblassen nicht nur persönliche Erinnerungen, sondern auch das gesellschaftliche Bewusstsein für die Rolle einzelner Menschen in der NS-Zeit. Gleichzeitig gewinnen rechtsextreme Narrative und geschichtsverklärende Tendenzen an Einfluss – insbesondere in digitalen Räumen.
Die eigene Familiengeschichte in der NS-Zeit zu erforschen, bietet einen nahbaren und persönlichen Zugang zu diesem schwierigen Kapitel. Anhand einer realen, nahestehenden Person lässt sich eindrucksvoll nachvollziehen, wie Menschen einer totalitären Ideologie verfielen, sich darin verstrickten und welche katastrophalen Folgen dies hatte.
SpureNSuche ist ein innovatives, niedrigschwelliges Web-Tool, das Menschen dabei unterstützt, ihre eigene Familiengeschichte während des Nationalsozialismus zu erforschen. Dies sensibilisiert nicht nur für die Vergangenheit, sondern stärkt auch die Widerstandskraft gegen demokratiefeindliche Strömungen in der Gegenwart. Was wir tun Wir entwickeln ein interaktives digitales Angebot, das Nutzer:innen durch einfache Fragen und geographische Angaben zu den relevanten Archiven und Quellen leitet.
Das Tool:
- Bietet niedrigschwelligen Zugang zu Archiven und historischen Dokumenten
- Stellt automatische Anfragen an Archive in Nutzer:innen-Namen
- Liefert historische Einordnungen der Ergebnisse
- Ermutigt zur Reflexion und bietet Methoden zur familiären & gesellschaftlichen Aufarbeitung
Begleitet wird das Web-Tool von einer Kampagne, die zum Austausch über NS-Geschichte im familiären und gesellschaftlichen Kontext anregt.
Das Tool kombiniert intuitive digitale Nutzerführung (inspiriert von „Guided Selling“-Systemen) mit archivübergreifender Recherche. Es gibt Menschen erstmals die Möglichkeit, die Vergangenheit ihrer Familie niedrigschwellig und von zuhause selbst zu erkunden – mit direkter Unterstützung und kontextualisierten Einordnungen.