Was haben ein riesiger Luftkissen-Wellenbrecher, ein Notizbuch, ein Farbfächer und ein Hoodie gemeinsam? Sie alle können ein Einstieg sein in das Thema „Menschenrechte”. Im Projekt Frei und Gleich haben wir mit eng verzahnten Kommunikationsmaßnahmen bereits 1,5 Millionen Menschen erreicht. Wir nennen das „multi-modular”; doch von Anfang an:
Vom Notizbuch zum Projekt
LL MNSCHN SND FR ND GLCH N WRD ND RCHTN GBRN. Vor mittlerweile fast 10 Jahren statteten wir unser Team mit schlichten schwarzen Notizbüchern aus, auf denen dieser Text mit pinker, metallic-glänzender Schrift geschrieben stand. Das war, wenn wir mit den Büchern auf Veranstaltungen unterwegs waren, ein Hingucker und oft der Einstieg in spannende Gespräche: Welche Vokale wurden hier weggelassen? Was heißt das ausgesprochen (SPOILER: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.”)? Warum hatten wir diesen Satz aus dem 1. Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) gewählt?
Eines dieser Gespräche führte uns mit Kolleg:innen vom Referat für Migration, Integration und Menschenrechte der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammen. Kurz darauf war „Frei und Gleich” geboren – die Menschenrechtsinitiative der EKD. Unser gemeinsames Ziel: Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche auf unterschiedlichen Wegen (wieder) für die Menschenrechte begeistern.
Menschenrechte in den Alltag bringen
Wir entwickelten ein visuell ansprechendes CI rund um die Kernaussage „Frei und Gleich“, porträtierten Alltagsheld:innen als Video-Reihe, setzten eine interaktive Wanderausstellung, einen Bildungsrucksack für verschiedene Altersgruppen, „Merchandise” in Form von Stickern, fair produzierten Hoodies und Gym Bags, passende Veranstaltungsformate und Begleitbroschüren mit vertiefenden Inhalten um; alles abrufbar über eine durchdacht gestaltete Webseite.
Die Idee hinter all diesen verschiedenen Bausteinen: niedrigschwellig auf den Schatz der Menschenrechte aufmerksam machen, auch im Alltag mit Frei und Gleich präsent sein, schnelle Gesprächsanlässe liefern.
Nach einer kurzen Pause, in der unsere Wanderausstellung MENSCHEN. RECHTE. LEBEN aber weiter durch Kirchen, Schulen und andere öffentliche Orte tourte, setzten wir die Initiative Frei und Gleich ab 2023 noch einmal neu auf: als intergenerationelles Projekt für junge Erwachsene und ältere Menschen, mit noch mehr Fokus auf hoffnungsbasierter Kommunikation und Aktivierung.
Weiter raus gehen
Der Auftrag lautete nun: Menschen zu erreichen, die vielleicht nicht (mehr) so viel mit Kirche, aber durchaus etwas mit Menschenrechten anfangen können. Entsprechend kamen neue Bausteine hinzu. Nun gab es Frei und Gleich auch auf Instagram, mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen im Stadtraum, einem Podcast und einer neuen, gut besuchten und Mut machenden Veranstaltungsreihe: den Human Rights Nights.
Dazu kam – neben den nach wie vor beliebten Frei und Gleich-Hoodies – eine Bandbreite an neuen Merchprodukten und Aktionsmaterialien. Von Sommer (T-Shirts, Picknickdecke) bis Winter (Mütze, Kuschelsweater), von klein (Babybody, Quiz für die Hosentasche) bis groß (Poster, Klatschpappen) reichte die Palette. Unsere Produkte wanderten auf Synoden, Kirchen- und Parteitage, in den Bundestag, und – als interreligiöses Gastgeschenk – sogar bis nach Jerusalem.
Neben der Frage, wie die Botschaft der Menschenrechte in den Alltag möglichst vieler Menschen kommt, arbeiteten wir an Ideen zur Aktivierung. Für Jugendgruppen und andere Interessierte entwickelten wir den „Flashmob-Fächer” – 20 schnell umsetzbare Aktionsideen im Format des beliebten Baumarkt-Farbfächers. Und wir setzten die neue Wanderausstellung ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH um, in der Besucher:innen viele Ideen entdecken können, wie sie sich konkret für Menschenrechte einsetzen können.
Das Besondere: Die Ausstellung ZUSAMMEN.FREI UND GLEICH besteht aus großen Luftkissenelementen und ist dadurch besonders leicht auf- und abzubauen. Besucher:innen reagieren sehr positiv auf die freundlichen Materialien. Zugleich machen Symbole wie ein großer Wellenbrecher im Eingangsbereich der Ausstellung deutlich, dass Menschenrechte nicht nur ein wichtiger Schutz sind, sondern auch unseren Schutz brauchen. Im multi-modularen Absatz des Projekts nimmt die Ausstellung eine zentrale Rolle ein:
Hier konnten viele bereits bestehende Kommunikationsmaßnahmen eingebunden und noch einmal neu präsentiert werden, z. B. gibt es eine Audiostation mit besonders prägnanten Ausschnitten aus dem Frei und Gleich-Podcast. In Entdeckerboxen finden sich Materialien wie das Quiz, unser Menschenrechtsfalter für die Hosentasche und der Flashmobfächer zum Ausprobieren oder mitnehmen. Ein Motiv des Berliner Design-Studios muskat, das wir auch auf Shirts, Beutel und Poster gedruckt haben, kommt auf einem der Luftkissenelemente der Ausstellung noch einmal neu zur Geltung.
Feedback, das Rückenwind gibt
„Ich glaube Jesus fände diese Ausstellung großartig” und „Ausstellungen wir diese machen die Kirche lebendig” sind einige der Rückmeldungen, die uns seit der feierlichen Eröffnung der Ausstellung in der Bremer Kirche Unser Lieben Frauen erreicht haben. Zu dieser schrieb uns der dortige Pfarrer Stephan Kreutz:
„Der Eröffnungsabend war für mich eine der beeindruckendsten Veranstaltungen in der Kirche überhaupt. Viele reden noch heute davon, für mich bleibt er unvergessen. Und ihr seid einfach klasse: in der Sorgfalt der Vorbereitung, in der Freude der Durchführung, im Kontakt und natürlich mit euren kreativen Ideen. So ein Glück für mich, dass wir uns kennen gelernt haben.”
Du hast Lust bekommen, auch kreativ mit uns zu arbeiten, willst mehr über das Projekt oder einzelne Bausteine wissen? Dann sprich uns gern an unter:
Mehr zu unseren Leistungen findest du hier: diegesellschaft.de/zusammen !
Autorin: Miriam Menzel, Projektleitung Frei und Gleich